Unsere E-Bike-Teststrecke zwischen München und Kloster Schäftlarn

Unsere E-Bike-Teststrecke zwischen München und Kloster Schäftlarn

Was macht eine gute Teststrecke aus?

Eine gute Teststrecke darf nicht zu einfach sein. Reine Flachlandfahrten liefern zwar schöne Reichweitenwerte, sagen aber wenig darüber aus, wie sich ein Fahrrad im Alltag, auf Wochenendtouren oder bei längeren Ausfahrten verhält.

Unsere Runde bietet deshalb eine ausgewogene Mischung, über eine Strecke von ca. 54km mit insgesamt 330 Höhenmetern:

  • urbane Abschnitte im Münchner Stadtgebiet
  • flache Rollpassagen
  • längere, gleichmäßige Anstiege
  • kurze steile Rampen
  • und schnelle Abfahrten


Start im Stadtgebiet: Alltagstest mit Ampeln, Kurven und wechselndem Tempo

Der erste Abschnitt führt durch das Münchner Stadtgebiet. Wir starten beim Hauptsitz von Ridetronic und fahren zunächst durch den Stadtteil Schwanthalerhöhe, weiter über die Oktoberfestwiese und anschließend Richtung Süden. Die Strecke führt uns über den Sendlinger Park zur Thalkirchner Brücke, die wir zunächst nicht überqueren.
Stattdessen bleiben wir zunächst am Westufer der Isar und folgen dem Fluss aus der Stadt hinaus.

Dieser Teil wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, ist für einen Reichweitentest aber besonders wichtig. Denn genau hier zeigt sich, wie sich ein E-Bike im typischen Alltag verhält.

Im Stadtgebiet fährt man selten konstant. Es gibt Ampeln, Kreuzungen, kurze Beschleunigungen, Abbremsen, enge Kurven und wechselnde Geschwindigkeiten. Für den Akku bedeutet das viele kleine Lastwechsel. Für den Motor bedeutet es, immer wieder sauber und natürlich einzusetzen.

Dieser Abschnitt eignet sich ideal, um sich auf das Rad einzustellen. Die Strecke ist noch weitgehend flach, die ersten Kilometer lassen sich entspannt fahren und man bekommt ein gutes Gefühl für Sitzposition, Fahrverhalten und Unterstützungsstufe.


Steile Rampen: Der Anstieg Hinterbrühl als kurzer, intensiver Prüfstein

Nach einem flachen Stück entlang der Isar erwartet uns der Anstieg Hinterbrühl. Dieser Anstieg ist mit 301 Metern Länge zwar kurz, hat es aber in sich.

Die Daten zeigen deutlich, warum dieser Abschnitt für unseren Reichweitentest interessant ist:

Der Anstieg Hinterbrühl ist keine lange Kletterpassage, sondern eine kurze, steile Rampe. Genau solche Abschnitte begegnen einem auch im Alltag immer wieder: kurze, knackige Anstiege, bei denen Fahrer und Fahrrad sofort reagieren müssen.

Für den Motor ist dieser Abschnitt ein echter Belastungstest. Die Unterstützung wird auf die höchste Stufe gestellt und dem Antrieb wird auf kurzer Distanz viel abverlangt. Gleichzeitig kommt es auf die richtige Fahrweise an: Eine hohe Trittfrequenz, ausreichend Druck auf dem Pedal und ein gutes Gefühl für die Balance helfen dabei, die Steigung kontrolliert zu bewältigen.

Auch für den Akku ist der Anstieg Hinterbrühl spannend. Kurze, steile Rampen verursachen einen deutlich höheren Leistungsbedarf als flache Rollpassagen. Obwohl der Abschnitt nur wenige hundert Meter lang ist, zeigt sich hier sehr schnell, wie effizient das System mit hoher Last umgeht.

Für alle, die die Strecke selbst nachfahren möchten, gilt: rechtzeitig vor der Rampe herunterschalten. Wer erst mitten im Anstieg den Gang wechselt, verliert schnell den Rhythmus. Mit einem E-Bike lässt sich der Abschnitt gut meistern, aber die maximale Steigung von 17 % macht klar: Hier übernimmt der Motor die meiste Arbeit.

 

Leicht bergauf nach Hohenschäftlarn: Effizienz und Fahrfluss auf verschiedensten Untergründen

Sobald die Route das dichte Stadtgebiet hinter sich lässt, wird die Strecke spürbar ruhiger und grüner. Entlang der Isar geht es nun über längere Passagen leicht bergauf — meist mit einer konstanten Steigung von etwa 1 bis 2 %. Der Untergrund wechselt dabei immer wieder: Feldwege mit Schotter, ältere Radwege und Asphaltabschnitte, die über die Jahre rauer geworden sind.

Gerade dieser Mix macht den Abschnitt für unsere Testfahrten besonders interessant. Die Steigung ist nicht steil, aber dauerhaft spürbar. Gleichzeitig fordert der wechselnde Untergrund das Fahrrad auf eine andere Art als eine glatte Straße. Reifen, Rahmen, Antrieb und Unterstützungsabstimmung müssen hier gut zusammenspielen, damit das Rad effizient bleibt und sich trotzdem angenehm fahren lässt.

Landschaftlich gehört dieser Teil zu den schönsten Abschnitten der Runde. Obwohl München noch nicht weit entfernt ist, fühlt sich die Fahrt bereits wie eine kleine Auszeit vom Stadtverkehr an. Die Wege bieten immer wieder schöne Blicke ins Isartal und führen Schritt für Schritt hinaus in eine ruhigere Umgebung.

Für ein gutes E-Bike ist dieser Abschnitt ein wichtiger Prüfbereich. Es muss nicht nur an steilen Anstiegen überzeugen, sondern auch auf leicht ansteigenden Strecken effizient rollen. Genau hier zeigt sich, wie natürlich die Unterstützung arbeitet und wie leicht sich das Fahrrad bei moderater Belastung bewegen lässt.

Wer die Strecke selbst nachfährt, kann hier bewusst energiesparend unterwegs sein. Eine niedrige Unterstützungsstufe reicht meist völlig aus, um gleichmäßig voranzukommen. So bleibt genügend Akku für die anspruchsvolleren Abschnitte weiter südlich.


Abfahrt Kloster Schäftlarn: serpentinenartige Abfahrt nach dem Anstieg

In Hohenschäftlarn biegen wir links ab und erreichen einen der rasantesten Abschnitte unserer Teststrecke. Nach den zuvor gesammelten Höhenmetern folgt mit der Abfahrt bei Kloster Schäftlarn einer der fahrerisch anspruchsvollsten, aber auch schönsten Teile der Runde. Hier gibt die Strecke einen großen Teil der erarbeiteten Höhenmeter wieder zurück.

Die Daten zur Abfahrt zeigen den Charakter dieses Abschnitts sehr gut:

Mit über 2,1 Kilometern Länge ist diese Abfahrt deutlich mehr als nur ein kurzer Bergab-Abschnitt. Das durchschnittliche Gefälle von 4,4 % sorgt für einen flüssigen, gut fahrbaren Verlauf. Gleichzeitig zeigen die bis zu 9,5 % maximales Gefälle, dass man aufmerksam bleiben und die Geschwindigkeit jederzeit kontrollieren sollte.

In dieser Passage werden Motor und Akku nicht belastet. Statt der Unterstützungsleistung rücken nun andere Eigenschaften des Fahrrads in den Vordergrund: die Geometrie und Steifigkeit des Rahmens, kräftige und gut dosierbare Bremsen sowie die Rolleigenschaften der Reifen. Das Fahrrad rollt frei, die Geschwindigkeit steigt, und das Fahrverhalten wird besonders deutlich spürbar.

Gerade auf dieser Abfahrt zeigt sich, wie sicher und stabil sich das Fahrrad bei höherem Tempo anfühlt. Eine ruhige Straßenlage, präzises Handling und verlässliche Bremsen sind hier genauso wichtig wie Motorleistung am Berg. Für unsere Testfahrten ist dieser Abschnitt deshalb besonders wertvoll, weil er zeigt, wie ausgewogen das Fahrrad auch dann bleibt, wenn der Motor nicht gefragt ist.

Für Nachfahrer ist die Abfahrt Kloster Schäftlarn ein echtes Highlight der Runde. Nach den Anstrengungen der vorherigen Kilometer kann man es auf diesem Streckenabschnitt laufen lassen, sollte aber vorausschauend fahren und jederzeit bremsbereit bleiben. Da wir gut die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht haben ist hier auch eine gute Gelegenheit eine Pause im Biergarten von Kloster Schäftlarn einzulegen.


Gleichmäßiger langer Anstieg: Beigarten fordert Ausdauer statt Explosivität

Nach der Abfahrt überqueren wir die Isar und erreichen mit dem Anstieg Beigarten den nächsten wichtigen Abschnitt unserer Testfahrt. Jetzt ist weniger ein kurzer Kraftimpuls gefragt, sondern vor allem ein gleichmäßiger Rhythmus, Ausdauer und eine gut dosierte Unterstützung.

Mit fast 2 Kilometern Länge ist der Anstieg Beigarten einer der wichtigsten Prüfsteine der gesamten Runde. Die durchschnittliche Steigung von 5,2 % wirkt zunächst moderat, über diese Distanz summiert sich die Belastung jedoch deutlich. Hier zeigt sich, wie gut das Fahrrad über einen längeren Zeitraum bergauf unterstützt.

Im Unterschied zur kurzen und steilen Hinterbrühl-Rampe geht es bei Beigarten weniger um maximale Leistung auf wenigen Metern. Entscheidend ist vielmehr eine gleichmäßige, harmonische Unterstützung über die gesamte Steigung hinweg. Das Rad sollte konstant helfen, ohne dass der Akku unverhältnismäßig stark belastet wird.

Für den Fahrer ist dieser Abschnitt gut berechenbar. Der Anstieg lässt sich sauber einteilen, ein passender Rhythmus ist schnell gefunden und die Unterstützungsstufe kann bewusst gewählt werden. Wer effizient fahren möchte, nutzt hier nicht dauerhaft den höchsten Modus, sondern setzt auf eine mittlere Unterstützung und eine ruhige, gleichmäßige Trittfrequenz.

Gerade für Tourenfahrer ist dieser Abschnitt besonders spannend: Der Anstieg Beigarten fühlt sich nach echter Strecke an. Nicht extrem steil, aber lang genug, um zu zeigen, wie wichtig ein kraftvoller Motor, eine sinnvolle Übersetzung und ein gut abgestimmtes E-Bike sind.

 

Flache Rollpassagen zurück Richtung München: Entspannt Kilometer sammeln

Die meisten Höhenmeter sind nun geschafft. Auf dem Rückweg nach München geht es über längere Strecken leicht bergab — der ideale Abschnitt, um entspannt Kilometer zu sammeln und die Runde flüssig ausrollen zu lassen.

Über Großdingharting fahren wir zunächst auf wenig befahrenen Landstraßen weiter. In Oberhaching erreicht die Tour schließlich die breiten Radwege des Perlacher Forsts. Zurück in München führt die Strecke am Tierpark Hellabrunn vorbei, bevor wir uns noch einmal dem Stadtverkehr stellen und die Tour nach gut 54 Kilometern beenden.

Durch das konstante leichte Gefälle von etwa 1 bis 2 % fährt sich die zweite Hälfte der Runde besonders angenehm. Das Rad läuft spürbar leichter, der Akku wird deutlich weniger beansprucht als an den Anstiegen, und das Fahrrad kann zeigen, wie effizient es bei gleichmäßiger Geschwindigkeit rollt.

Für den Fahrer fühlt sich dieser Abschnitt fast wie eine Belohnung an. Die anspruchsvollen Höhenmeter liegen hinter einem, die Strecke wird ruhiger, und man merkt mit jedem Kilometer, dass die Runde wieder zurück Richtung Stadt führt.

Für unsere Testfahrten sind solche Passagen besonders wichtig. Sie zeigen, wie gut sich das Fahrrad nach intensiven Belastungen weiterfahren lässt. Denn am Ende zählt nicht nur, wie ein E-Bike einzelne Anstiege meistert, sondern ob es über die gesamte Tour hinweg ein stimmiges, effizientes und angenehmes Fahrgefühl bietet.

Zurück zur Übersicht